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Was versteht man unter Zwangsprostitution

Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung
 
Von sexueller Ausbeutung und Zwangsprostitution sind fast ausschließlich junge, z.T. noch minderjährige Frauen betroffen. In Deutschland kommen seit der EU-Osterweiterung die meisten Opfer aus Ost- und Südosteuropa, gefolgt von Westafrika, insbesondere Nigeria, und den in Deutschland geborenen Verbrechensopfern. Laut Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) werden in der Bundesrepublik durchschnittlich pro Jahr 600 – 800 Frauen, Männer und Minderjährige als Opfer von Menschenhandel identifiziert. Alle Expert*innen sind sich darüber einig, dass diese Zahlen nur die Spitze des Eisbergs anzeigen. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich mehr als 10.000 Frauen in der Bundesrepublik zur Prostitution gezwungen werden. In Europa sollen mehr als 100.000 Frauen im Jahr geschleust und gehandelt werden.
 
Die Betroffenen verlassen ihr Herkunftsland aufgrund von Armut und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit und oft auch, um einer familiären Lebenssituation zu entkommen, die von Zwängen und Gewalt geprägt ist.
 
Manche Frauen lassen sich durch falsche Versprechungen scheinbar vertrauenswürdiger Anwerber täuschen und glauben an das große Glück im Ausland. Andere Frauen wissen, dass sie in der Prostitution arbeiten werden, noch bevor sie nach Deutschland kommen. Über die wirklichen Lebens- und Arbeitsbedingungen aber werden alle getäuscht.
 
Die Frauen kommen – meist mittellos – in ein fremdes Land, dessen Sprache sie nicht verstehen und in dem sie nicht auf verlässliche soziale Netzwerke zurückgreifen können. Die Menschenhändler und Zuhälter nutzen Abhängigkeit und Hilflosigkeit aus. Kommen Betroffene aus Nicht-EU-Ländern, dann verschärft deren illegaler Aufenthaltsstatus diese Situation.
 
Quelle: FIM, Frauenrecht ist Menschenrecht

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